Wie (und Warum) du eine Buchbibel erstellen solltest

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Ich habe die letzten Tage damit verbracht, all meine alten Dokumente zu sortieren.

Ich hatte zig Plot-Versionen und -Versuche von ein und demselben Projekt, haufenweise Kapitel, die zwar gut, aber mit der Zeit irrelevant geworden waren. Dadurch hatte ich auch mehrere Varianten von meinem Protagonisten, den ich über die Jahre immer wieder neu erfunden habe.

Kurz gesagt: Ich hatte den Überblick verloren. Und damit auch das Verständnis für mein Buch.

Doch, wie im vorherigen Post erwähnt, kann und will ich mein Projekt nicht einfach so aufgeben. Es begleitet mich nun schon seit Frühling 2015 und ist mir ans Herz gewachsen.

Nachdem ich es nun für fast ein Jahr hab ruhen lassen, will ich die Geschichte um Rizzy und ihre nun wieder aufleben lassen.

Wie?

Indem ich alle brauchbaren Bruchstücke aufsammle und in einer Buchbibel neu zusammensetze.

Alte Buchbibel auf einem Schreibtisch.
Image by Free-Photos from Pixabay

Was ist eine Buchbibel (und wofür brauch ich so ein Ding)?

Eine Buchbibel ist das heilige (und heimliche) Herz deines Buches. Es fasst all die Dinge zusammen, die für dein Werk wichtig sind: Charaktere und Nebencharaktere, Main Plot und Sub Plot, Settings, Gegebenheiten in der von dir erschaffen Welt, Politische Begebenheiten, …

Besonders Sci-Fi und Fantasy-Welten sind reich an Details, die man sich unmöglich alle merken kann.

Um nicht (wie ich) den Überblick zu verlieren, macht es Sinn, All diese Details an einem Ort zusammen zu tragen. Das Ergebnis kann man dann nennen, wie man will: Buch- oder Serienbibel, Verzeichnis, Glossar, Archiv, …

Der Einfachheit halber bleiben wir in diesem Beitrag jedoch beim Begriff der Buchbibel.

Wie erstelle ich eine Buchbibel für mein Werk?

Das ist theoretisch ganz einfach: Du schmeißt jeden Schnipsel an Information über dein Werk in ein Worddokument und nennst dieses Dokument „Buchbibel“.

Wenn du schon eine genauere Vorstellung von deiner Welt, deinen Figuren und deren Handlungen hast, sollte es dir nicht schwer fallen, das alles geordnet zu Papier zu bringen.

Auch wenn du bereits mit dem Schreiben begonnen hast, macht es Sinn, alle Übersichten zu Charakteren, Orten und Gegebenheiten deiner Welt zusammenzutragen und während des Schreibens immer zur Hand zu haben.

Dinge ändern sich während des Schreibprozesses. Das ist ganz normal. Man findet Fehler, hat bessere Ideen oder vergisst ein paar Details. Das meiste davon kann man hinterher problemlos korrigieren. Jedoch erspart man sich selbst viel Arbeit und Zeit, wenn man von Anfang an ein Dokument hat, in dem man solche Details nachschlagen und gegebenenfalls auch sofort ändern kann.

Neben einer Outline bzw. einer detaillierten Beschreibung des Plots ist deine Buchbibel der stärkste Leitfaden, der dich aus dem Wirrwarr deiner Gedanken und Gefühle zu deinem Buch wieder herausführen kann.

Du hast bisher nur eine grobe Idee für ein neues Werk, aber noch keine genauen Vorstellungen? Perfekt! Du kannst von Anfang an alle Dokumente geordnet in einer Buchbibel anlegen. So geht dir nichts verloren.

Es ist verlockend, deine Buchbibel zu Beginn als Stichpunktzettel zu betrachten, den es abzuarbeiten gilt.

(Charaktere: check, Worldbuilding: check, Setting: 9 von 10 Orten erledigt,…)

Altes  mit Lesezeichen, Hintergrund unscharf
Photo by Ben White on Unsplash

Erstelle eine Buchbibel in Scrivener

Scrivener ist ein professionelles Schreibprogramm, das es dir erlaubt, in einem einzigen Dokument mehrere Ordner und Dokumente anzulegen und jederzeit schnell zwischen ihnen zu wechseln.

Das macht es zu einem ausgezeichneten Werkzeug, um Bücher zu planen und zu schreiben. Auch für die Erstellung einer Buchbibel ist es ideal, da du hier einfach einen neuen Ordner namens „Buchbibel“ erstellen kannst. In diesem Ordner kannst du nun Unterordner für alle relevanten Informationen erstellen und darin jeweils Dokumente für die Einzelnen Elemente erstellen. Das hilft dir, Ordnung und den Überblick zu behalten.

Das könnte beispielsweise so aussehen:

Strkturierung in Scrivener

Auf der blauen Leiste links siehst du das Menü, über das du dein Scrivener-Dokument navigieren kannst. In der Mitte ist das sogenannte Corkboard (Pinnwand), mit der du dir einen idealen Überblick über alle ausgewählten Dokumente eines Ordners verschaffen kannst.

Du kannst so viele Ordner-Ebenen erschaffen wie du willst und alles per Drag-n-Drop einfach verschieben.

Weiteres Plus: Du brauchst dir keine Sorgen darum machen, dass seine Dateien verloren gehen. Scrivener kann mit dropbox syncronisiert werden, sodass du deine Buchbibel jederzeit auf allen Geräten (durch die Scrivener-App) abrufbar hast.

Fazit

Tatsächlich soll es jedoch deine Planung unterstützen, nicht die Grundlage davon sein. Die Planungsphase ist meiner Erfahrung nach eine Phase, in der dein Werk viele Veränderungen durchmacht. Es kann sehr entmutigend sein, jedes Mal alles ändern zu müssen, wenn man nur einen kleinen Fehler findet.

Wenn du merkst, dass es dir zu stressig wird, während der Planungsphase jedes Mal auch die Buchbibel zu aktualisieren, dann lass es erstmal. Aktualisiere, wenn du das Gefühl hast, aus dem Gröbsten raus zu sein. Es bringt nichts, Fehler oder falsche Informationen mit sich herumzuschleppen.

Eine Buchbibel ist ein nützliches Werkzeug, das dir bei richtiger Pflege die Planung und Sicherung wichtiger Fakten erleichtern kann.

Sie kann aber auch zu einem Fallstrick werden, wenn du dich zu sehr bemühst, sie zu erstellen und Fehler einbaust.

Darum betrachte sie am Besten nur als das, was sie ist: eine Sammlung der aktuellsten Fakten und Details deines Werkes.

Wie so etwas aussehen kann, siehst du hier. Das Template zur Erstellung deiner eigenen Buchbibel kannst du jederzeit kostenfrei herunterladen und nutzen.

Viel Spaß damit!

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