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Pro & Contra vom Schreiben mit Kapitelplan

Ein Kapitelplan kann beim Schreiben sehr hilfreich sein. Gerade für Autoren, die gerne und viel planen, die Struktur und Ordnung zu schätzen wissen.

Ein Kapitelplan ist an sich nichts anderes als eine Outline der zu schreibenden Kapitel, eine Vertiefung des Plots. Die Beschreibung eines Kapitels kann dabei so kurz oder lang sein, wie es dir beliebt.

Steht der Plan einmal, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Oder?

Vorteile beim Schreiben mit Kapitelplan

  • Meist enthält die Beschreibung eines Kapitels bereits die wichtigsten Geschehnisse, Dreh- und Wendepunkte des Kapitels, sowie eine Idee, wo die verschiedenen Szenen spielen werden und wer darin auftritt. Je detaillierter, desto weniger musst du vor dem Schreiben vorbereiten oder neu überdenken. Das spart unheimlich viel Zeit.
  • Wichtige Handlungsstränge können bereits während der Planungsphase ideal mit dem Plot verwoben werden, sodass du nichts mehr vergisst. So musst du dich nicht jedes Mal neu hineindenken. Besonders bei späteren Szenen gegen Ende des Buches, Szenen, die du vielleicht Monate nach der ursprünglichen Planungsphase schreibst; kannst du so alle Details niederschreiben und dir frisch ins Gedächtnis rufen, wenn ihre Zeit gekommen ist. So gehen dir keine wichtigen Momente oder genialen Ideen und Twists mehr verloren.
  • Ein Kapitelplan ist wie eine Mini-Version deines fertigen Buches. Alle Szenen sind idealerweise schon vorhanden und müssen nur noch ausformuliert und zum Leben erweckt werden.
  • Auch während des Schreibens behältst du den Überblick über bereits geschriebene Szenen: Wer weiß was? Wer war wo dabei? Hatte der das wirklich gesagt? Es ist wie ein Inhaltsverzeichnis für dein Buch. Kein ewiges Scrollen mehr auf der Suche nach den richtigen Textfetzen. Finde im Plan schnell das richtige Kapitel und schlage dort die entsprechende Stelle schneller nach.
  • Du bekommst eine Idee dafür, wie umfangreich dein Werk sich gestalten wird. Ich hatte z.B.: ursprünglich mit etwa 30 Kapiteln und vielleicht 500-600 Seiten für mein Werk Chaperone gerechnet. Am Ende der Ausarbeitung des Kapitelplans stand ich dann plötzlich bei 52 Kapiteln.
  • kleinere Fehler fallen dir schon während der Planungsphase auf und können ohne größere Mühen korrigiert werden.
  • Du hast es hinterher einfacher, da du viele Fehler bereits durch die Vorarbeit vermieden hast. Zudem kannst du, wenn du deinen Kapitelplan auch bei kleineren Änderungen immer aktuell gehalten hast, ihn als Leitfaden für die Korrektur benutzen. Es ist einfacher, Plot- und Logikfehler zu entdecken und Änderungen zu notieren, wenn man den Überblick hat – ohne sich in den Details des enormen Komplett-Textes zu verlieren.

Nachteile beim Schreiben mit Kaitelplan

  • Nicht alle Ideen können wie geplant umgesetzt werden. Manchmal sind es nur kleinere Änderungen im Ton, die ein ganzes Kapitel verändern oder ein Charakter, der nicht ganz so mitspielt, wie er sollte. das Kapitel selbst mag dann noch funktionieren und gut sein, doch du wirst deinen Plan für die darauffolgenden Kapitel vermutlich etwas ändern müssen.
  • Änderungen des Plans können nicht ausgeschlossen werden. Egal, wie lange und gewissenhaft du dich an die Ausarbeitung dieses Planes setzt, die Umsetzung wird sich immer in irgendeiner Weise davon unterscheiden.
  • Stößt du auf einen größeren Logikfehler, kann es passieren, dass du einen kompletten Plan umschreiben musst.
  • Die geplante Kapitelanzahl ist keine feste Größe.
    • Erstreckt sich ein Kapitel im Plan über einen längeren Zeitraum, kann es passieren, dass du diesen Zeitraum plötzlich viel detaillierter und ausführlicher beschreiben musst als ursprünglich gedacht. So können schnell 3-4 Kapitel entstehen, für die du keine Outline hast, auch wenn ihre Existenz mehr oder weniger in deinem Plan vorhanden ist.
    • Sind Kapitel nah beieinander, kann es passieren, dass du sie zusammenlegen musst.
    • Szenen oder Teilabschnitte von Kapiteln, die ursprünglich für Kapitel 13 geplant waren, können auch schnell mal in Kapitel 12 oder 14 rutschen. So kann die Struktur der Kapitel sich auch mal komplett ändern.
  • Wortziel und Fortschritt laut Kapitelplan müssen nicht übereinstimmen. Hast du dir beispielsweise 100.000 Wörter als Ziel für dein Buch gesetzt und 30 Kapitel geplant, so kann es vorkommen, dass du noch bei den ersten Kapiteln deines Planes herumdümpelst, obwohl du bereits 45.000 Wörter geschrieben hast. Oder andersherum: Du bist bereits bei Kapitel 25, hast aber erst knapp die Hälfte der veranschlagten Wörter geschrieben. In solch einer Situation musst du dann anfangen darüber nachzudenken, eines der entsprechenden Ziele besser an das andere anzupassen – oder du wartest ab, was die Überarbeitung bringt.
  • Bessere Vorarbeit bedeutete nicht automatisch, dass dir die Nacharbeit erspart bleibt. Dein Kapitelplan kann sich auch während der Überarbeitungsphase noch einmal grundlegend ändern.
  • Manch einem vergeht vielleicht der Spaß am Schreiben, wenn sie vorher schon allzu genau wissen, was passiert. Ein Kapitelplan ist daher eher ein Hilfsmittel für eingeschworene Plotter und nichts für Panser.

Fazit:

Einen Kapitelplan beim Schreiben zu verwenden kann sehr nützlich sein, besonders wenn man dazu neigt schnell den Überblick über das Geschehen zu verlieren. Es ist eine tolle Möglichkeit zu Planen und wenn man bereit ist, ein wenig Arbeit hineinzustecken, dann erspart er einem auch vieles.

Natürlich muss man dabei auch eine gewisse Flexibilität mitbringen. Nicht alles wird so laufen wie geplant, das sollte man von vornherein mit bedenken.

Was hältst du von der Idee des Kapitelplans? Nützlich oder zu aufwendig? Schreib’s mir in die Kommentare.

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