Update: Zur 4-Monats-Challenge

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Im Sommer dieses Jahres habe ich mir etwas Großes vorgenommen: Ich wollte eindlich meinen Debutroman schreiben innerhalb von nur 4 Monaten. Die Zeit von September bis Dezember 2019 sollte gefüllt sein mit frischen Worten, 6.000 davon jede Woche, 110.000 Wörter insgesamt.

Wer in letzte Zeit mal auf den Zähler auf meiner Startseite geguckt hat, hat wahrscheinlich schon gesehen, dass ich nur etwa die Hälfte davon erreicht habe.

Warum?

Für manche Autoren sind 110.000 Wörter in noch kürzerer Zeit erreichbar. Manche schreiben sogar 10.000 am Tag. Doch für mich war das ganze Wörter-zählen bis zu Beginn der Challenge komplett neu. Ich habe nach Gefühl und Kapiteln geschrieben.

Doch mein Scheitern hat mehr Gründe, als nur fehlende Erfahrung mit der Wortzählerei.

Gründe für mein Scheitern

Grund 1: Verkalkuliert

Ich habe gleich mehrere Fehler bei meiner Planung gemacht, die letztlich dazu führten, dass die ganze Rechnung nicht mehr aufging.

Erstens: Ich habe keinen Platz für Fehler. Den Fall, ein Kapitel eventuell komplett streichen oder neu schreiben zu müssen, habe ich nicht mit einberechnet. Genauso wie die Möglichkeit, noch ein paar Kapitel hinzufügen und umplanen zu müssen.

Zweitens: Ich habe keinen Platz für größere Ausfälle gelassen. Mein Plan hatte vorgesehen, dass ich an 4 Tagen die Woche 1.500 Wörter schreibe. Eigentlich gut machbar. Doch schon im zweiten Monat der Challenge, Oktober, habe ich mehr arbeiten müssen, als vorher der Fall gewesen war. Damit blieben mir keine 4 Tage in der Woche zum Schreiben, sondern eher mal nur einer oder zwei. Irgendwann war der Rückstand nicht mehr aufzuholen.

Drittens: Ich habe mein Werk unterschätzt. Mittlerweile weiß ich, dass 110.000 Wörter für „Chaperone“ nicht reichen werden. Im Moment habe ich ca. 56.000 Wörter und nicht mal den ersten Akt beendet. Mehr als 30 Kapitel stehen noch aus. Mittlerweile rechne ich mit 165.000 Wörtern für mein Erstlingswerk.

Ich hätte wirklich nicht damit gerechnet, dass es so intensiv wird. „Chaperone“ war ursprünglich als kürzere Spin-off-Story einer größeren Reihe (deren Verwirklichung ich noch plane) gedacht. Aber wenn selbst das jetzt schon so lang werden soll, was erwartet mich dann erst bei der Reihe? An Arbeit wird es mir die nächsten Jahre definitiv nicht fehlen.

Grund 2: Nebenjobs

Wie bereits erwähnt, musste ich im Oktober mehr arbeiten, als zuvor gedacht. Das galt jedoch nur für einen meiner Nebenjobs.

Der Zweite war nicht weniger fordernd. Denn neben meinen eigenen Projekten arbeite ich auch als Ghostwriter. Dieser Job fordert jede Woche ein Kapitel von mir. Allein der Grund, dass ich für diese Arbeit tatsächlich bezahlt werde, hat mich dazu verleitet, das Projekt eines Anderen über mein eigenes zu stellen.

Grund 3: Privates

Mein Leben hat sich in den letzten Monaten rasant verändert und wird dies in naher Zukunft auch weiterhin tun. Auf einen Schlag musste ich alte Träume aufgeben und neue finden. Satt Weltreise und einem Leben in Unabhängigkeit sehe ich nun einem Groß-Umzug und Windeln wechseln entgegen.

Das war alles so nicht ganz geplant, dennoch freue ich mich auf dieses Leben, dieses neue Abenteuer. Auch wenn dabei auch zukünftig wahrscheinlich weniger Platz fürs Schreiben bleibt.

Scheitern ist kein Grund zum Aufgeben

Ich werde weiter an „Chaperone“ und meiner Autorenkarriere arbeiten. Diesen Traum hege ich schon zu lange, um ihn einfach so beim ersten Rückschritt aufzugeben.

Trotzdem – meine Pläne habe ich überarbeiten müssen. Neue Ziele mussten gesetzt werden. Und diesmal hoffentlich mit weniger Verkalkulationen. Mit mehr Platz für Fehler, Aussetzer und Eventualitäten. Denn diese werden mir in Zukunft wahrscheinlich öfter begegnen.

Ich kann es mir im Moment einfach noch nicht leisten, eigene Schreibprojekte zu priorisieren. Aber ich hoffe, dass ich es irgendwann kann.

Ziel 1: Akt 1 von „Chaperone“ beenden

Auch wenn ich es mir wünsche, diesen Punkt werde ich bis Ende des Jahres wahrscheinlich nicht mehr erfüllen. Immerhin hat dieses Jahr nur noch 2 Wochen. 2 Wochen, in denen Weihnachten, Silvester und ein Umzug stattfinden müssen.

Deshalb habe ich das Erreichen meines ersten Zieles auf Ende Januar verlegt. Und selbst das ist, aungesichts meiner derzeitigen Umstände, schon recht ehrgeizig.

Ziel 2: Seitenupdate und Umstrukturierung dieser Website

Indem ich meine 4-Monats-Challenge nun für gescheitert erkläre, muss auch ein Update für die Website her. Zu vieles ist noch auf diese Challenge ausgelegt.

Die Umstrukturierung wird schrittweise erfolgen und wahrscheinlich auch in der Zeit Januar/Februar 2020 erfolgen. Hoffentlich ohne größere Ausfälle.

Ziel 3: Ein genauer Plan für Akt 2 und 3

Im Moment bin ich mir hinsichtlich meiner weiteren Vorgehensweise noch nicht ganz sicher. Ich spiele in Gedanken mit zwei, drei Möglichenkeiten, möchte mich aber noch nicht festlegen, bevor ich nicht weiß, wie sich die Mutterschaft konkret auf mein Leben auswirken wird.

Sicher bin ich mir jedoch, dass ich den Zähler auf der Startseite behalten möchte. Außerdem möchte ich bis Herbst 2020 mit der Rohversion von Chaperone durch sein, sodass es danach in Korrektur und ins Loktorat gehen kann, ich mich um Vermarktung und Publishing kümmern kann und das fertige Buch dann hoffentlich Anfang 2021 auf den Markt kommen kann.

Auf diesen Weg möchte ich dich auch weiterhin mitnehmen. Ich werde weiter jeden Montag Artikel posten und darin vom Schreiballtag, Autorendasein, Fort-und Rückschritten berichten.

Ich freue mich über jede Unterstützung, die ich bekommen kann und biete jedem meine Unterstützung an, der sie sucht und benötigt. Schreib mir einfach 😉

In diesem Sinne wünsche ich allen noch frohe Weihnachten, ein frohes, neues Jahr und viel Erfolg beim Schreiben und dem Erfüllen eurer ganz eigenen, individuellen Ziele.

Grüße, Anna

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