Mit Humor schreiben

Mit Humor schreiben

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Was ist Humor? Etwas zutiefst menschliches.

Was sind Geschichten? Etwas zutiefst menschliches.

Kein Wunder also, dass die beiden so gut zusammenpassen. Die meisten Witze, die wir uns erzählen, sind in sich kleine Geschichten. Und solange du deine Geschichte dabei nicht zum Witz machst, kannst du (und solltest du sogar) Humor in deine Erzählungen einfließen lassen.

Warum ist Humor so wichtig?

Geschichten drehen sich um Emotionen. Sie sollen etwas in uns auslösen.

Genau wie Hass, Liebe und Traurigkeit ist auch Heiterkeit eine Emotion, die uns in Büchern begegnen kann. Sie lässt uns eine fröhliche Seite erkennen, löst angestaute Spannungen und lässt Figuren menschlicher erscheinen.

Humor ist Teil unseres Lebens, unserer Welt. Sie sollte auch Teil der Welt unserer Charaktere sein.

Was sollte man dabei beachten?

Humor ist subjektiv. Was dem einen ein Schenkelklopfer ist, entlockt dem Anderen nur ein Stöhnen oder Augenrollen.

Du kannst nicht verhindern, dass irgendjemand einen deiner Witze schlecht findet oder nicht versteht. Das ist umso wahrscheinlicher, je größer dein Publikum ist.

Aber du kannst versuchen, möglichst hochwertigen Humor zu präsentieren, um diese Zahl der Augenverdreher und Nichts-Checker möglichst klein zu halten.

  1. Erkläre keinen deiner Witze. Manchmal braucht man etwas länger, bis man einen guten Witz versteht. Manchmal versteht man ihn auch gar nicht oder erst beim zweiten oder dritten Mal lesen. Wenn du ihn jedoch erklärst, wird es zu offensichtlich und den Lesern vergeht die Lust zu lachen.
  2. Unterschätze die Intelligenz deiner Leser nicht. Das hat viel damit zu tun, gute Witze nicht zu erklären. Aber es bedeutet in erster Linie auch, hochwertige, intelligente Scherze zu machen. Die Anzahl an Flach- und „Deine Mudda“-Witzen solltest du daher möglichst gering halten.
  3. Übertreibungen. „Ich hab den ganzen Tag dafür gebraucht.“ „Das waren mindestens Hundert.“ „Ich mach 24 Stunden am Tag nichts anderes mehr!“ Eine einfache Art von Humor, die sich in unseren Alltag integriert hat und nicht mehr wegzudenken ist. Darum sind ein paar Übertreibungen im Wortschatz deiner Charaktere beinahe schon essentiell für deren Glaubhaftigkeit.
  4. Wortwitze. Ein Klassiker, der immer funktioniert. Doppelte Wortbedeutungen und Sinnverschiebungen können sich ganz neue Dimensionen eröffnen. Zudem bedarf es meist einem Müh an Intelligenz, um es zu verstehen.
  5. Insiderwitze. Verwende Witze, die direkt auf Ereignisse und Gegebenheiten in deiner Geschichte anspielen. Nur aufmerksame Leser und echte Fans können die verstehen und zu schätzen wissen. Du belohnst sie damit sozusagen für ihre Aufmerksamkeit und bindest sie damit noch enger an dich und deine Geschichten.
  6. Sarkasmus. Versteht nicht jeder, dafür ist der Effekt umso größer, wenn’s gelingt. Aber wie ich bereits erwähnte: Rechne mit der Intelligenz deiner Leser. Und: kenne deine Leser. Weißt du dass, die Leute, die dein Buch lesen, guten Sarkasmus zu schätzen wissen, nutze ihn.
  7. Verwende verschiedene Arten von Humor. So erhöhst du die Chancen, dass für jeden etwas dabei ist. Am besten gelingt dir das, wenn du deinen Charakteren jeweils einen individuellen Sinn für Humor zuschreibst. So kannst du beispielsweise eine Figur haben, deren Sätze nur so vor Sarkasmus triefen. Eine andere Figur nimmt jedoch jeden ihrer Sätze für bare Münze – allein dadurch entstehen haufenweise witzige Situationen und Missverständnisse. Wieder einer andere Figur verwendet übermäßig viele Übertreibungen oder versucht sich ständig an schlechten Wortwitzen. So ist Humor auch eine Art, deinen Charakteren mehr Persönlichkeit zu verleihen.

Wo ist Humor unangebracht?

Zu allererst: Humor ist nicht immer überall angebracht. Steckst du beispielsweise mitten in einer entscheidenden, spannungsgeladenen Szene und lässt einen Charakter stolpern oder seltsam tanzen, in der Hoffnung witzig zu sein… Dann, mein Freund, wirst du mehr als nur ein paar entnervte Seufzer ernten.

Auch nicht angebracht sind Witze auf Kosten bestimmter Gruppen. Es ist okay, wenn sich Charaktere gegenseitig auf den Arm nehmen odersich über innerhalb des Buches/der Welt existierende Gruppen lustig machen. Trotzdem solltest du darauf achten, soetwas nicht zu übertreiben und Hass zu verbreiten.

An welcher Stelle ist Humor am wirkungsvollsten?

Deinen Dialogen verleiht eine gute Portion Humor Menschlichkeit, dort wirkt er am besten.

Aber auch zwischen den Szenen kann er gut wirken. So kann ein Protagonist eine einzigartig humorvolle, innere Stimme besitzen und die Welt entsprechend wahrnehmen. Obskure Beschreibungen von Personen oder Orten.

Eine weitere Strategie, Humor wirkungsvoll einzusetzen, ist der sogenannte Comic Relieve – die komödiale Erleichterung. Hierbei soll Spannung durch Humor abgebaut werden, bevor sie zu viel wird. Durch den Kontrast wirken beide – Spannung und Witz – umso intensiver. Dabei kommt es natürlich immer auf die Art des Witzes an und wie er rübergebracht wird. Albernheit ist (wie oben bereits erwähnt) eher unabgebracht. Ein sarkastischer Kommentar von einem der Charaktere dagegen hilft, die Situation besser zu begreifen.

Wie stehst du zu Humor in Büchern? Hast du eine bestimmte Taktik, um humorvoll zu schreiben?

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