Magiesysteme in Fantasybüchern

Magiesysteme in Fantasybüchern

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Was sind Magiesysteme?

Ein Magiesystem ist letztlich nichts anderes als das System, nach dem die Magie in einem Werk funktioniert. Es sind die Regeln und Kosten von Magie, was sie macht und wer sie nutzen kann.

Dabei unterscheidet man (bzw. Brandon Sanderson, der diese Unterscheidung wohl als Erster konkret in Worte fasste) in weiche und harte Magiesysteme.

Dabei entspricht ein Magiesystem selten genau dem einen oder anderen System. Die meisten pendeln irgendwo zwischen hart und weichem System.

Hard Magic System – das harte Magiesystem

Hard Magic Systems beschreiben Magiesysteme mit fest gesetzten Grenzen und Regeln. Der Leser weiß also genau, wann, wofür und wie man Magie in deiner Welt nutzen kann und wie nicht.

Ein Beispiel (um bei Sanderson zu bleiben) sind die Sturmlichtarchive. Die Magie darin zieht ihre Kraft aus dem sogenannten Sturmlicht, das man in Edelsteinen einfangen kann. Ein Nutzer kann hier seine Kräfte nur nutzen, wenn er dafür genügend Sturmlicht zur Verfügung hat. Wie viel Licht in einen Stein passt, hängt von dessen Größe und Schliff ab.

Diese Regel wird dem Leser subtil vermittelt. Dadurch weiß er jederzeit, was möglich ist und was nicht. Kein Sturmlicht, keine Magie. So einfach.

Im gleichen Zug werden durch diese eine Regel allein auch die Schwächen aufgezeigt, die diese Magie mit sich bringt. Hat ein Nutzer kein Sturmlicht, ist er ein ganz normaler Mensch und ebenso ausgeliefert wie jeder andere im Raum.

Abgesehen von Regeln und Schwachstellen hat Magie in einem harten System oftmals auch einen Preis, den man für die Nutzung von Magie zahlen muss.

Oftmals ist es körperliche und/oder geistige Erschöpfung, die mit der Nutzung einhergeht. Du kannst an dieser Stelle jedoch auch kreativ werden. Eine weitere Möglichkeit wäre z.B.: ein Opfer an den Gott, der dem Magier seine Kräfte verleiht. Oder der Umstand, dass man jedes Mal ein Stück mehr von sich selbst verliert, wenn man beispielsweise jemand anderes auf magische Weise heilt.

Je klarer die Regeln, Grenzen, Schwächen und der Preis der Magie ist, desto härter ist das Magiesystem.

Anwendung:

Mit diesem System weiß der Leser jederzeit, woran er ist. Solange du deine Arbeit ordentlich machst und es schaffst, ihm die Regeln der Magie schrittweise beizubringen. An dieser Stelle solltest du unbedingt Infodumps vermeiden, um deinen Leser nicht zu überwältigen.

Das funktioniert am besten mit einem Protagonisten, der ebenso wenig über die Magie weiß wie der Leser. So können Protagonist und Leser die Welt und das Magiesystem gemeinsam kennenlernen.

Was du unbedingt bei harten Magiesystemen beachten solltest, ist, dass du konstant in deinen Regeln bleibst. Es bringt dir nur Minuspunkte, wenn du erst viel Aufwand in die Etablierung von Regeln steckst, die du ein paar Seiten weiter bereits wieder brichst.

Der Nachteil eines harten Systems ist natürlich, dass es wenig Spielraum gibt, sobald erstmal alle Regel festgestetzt sind. Der Trick an dieser Stelle ist es, Interpretationspielraum zu lassen. Also Regel zu entwerfen, die man verschieden auffassen und auslegen kann.

Außerdem hast du immer die Möglichkeit, nicht sofort alles zu verraten, was du weißt.

Wer mehr über hard Magic Systems erfahren will, kann sich gern dieses (englischsprachige!) Video von Hello Future Me ansehen. Darin wird nochmal vertieft auf das Thema eingegangen.

Seinen Kanal kann ich wirklich nur empfehlen. Man sollte jedoch gutes Englisch sprechen, um alles verstehen zu können.

Soft Magic Systems – weiche Magiesysteme

Weiche Magiesysteme haben im Gegensatz zu harten Systemen keine klar definierten Regeln und Grenzen.

Meist erhält der Leser nur eine grobe Idee von der Magie und was es bedarf, sie zu nutzen. Ein Beispiel ist Harry Potter. Wir wissen, er braucht einen Zauberstab, den er zum passenden Spruch herumwedeln muss. Doch wo genau die Magie herkommt, wo sie anfängt und aufhört, ist schwer zu sagen.

Zudem gibt es in diesem Beispiel auch keinen Preis, den ein Zauberer für die Nutzung seiner Magie zahlen muss.

Noch deutlicher ist das bei Gandalf aus Herr der Ringe. Er ist ein Zauberer, doch es wird nie darauf eingegangen, was genau er kann und was nicht.

Je weicher ein Magiesystem, desto schwammiger die Regeln, Grenzen, Schwächen und der Preis der Magie. Manchmal ist auch nur eine dieser Kategorien definiert, während die anderen vernachlässigt werden.

Anwendung:

Der Vorteil von weichen Magiesystemen ist an dieser Stelle natürlich, dass man mehr Spielraum hat. Wenn nie konkret definiert wird, was Magie kann und was nicht, kann sie theoretisch alles Erdenkliche.

Umso mehr solltest du darauf achten, dass Magie keine Universal-Lösung für Probleme wird. Lösungen für Konflikte müssen verdient sein. Wenn man pauschal behaupten könnte: „Er hat gezaubert und dann war alles wieder gut“, dann hast du irgendwas falsch gemacht.

Auch hierfür kann ich dieses Video von Hello Future Me empfehlen, wo er genauer auf Soft Magic Systems eingeht.

Zusammenfassung

Es gibt verschiedene Arten von Magiesystemen, die allesamt ihre Vor- und Nachteile genießen. Wo ein System eingeordnet wird, wird bestimmt durch die drei Kategorien 1. Regeln, 2. Grenzen/Schwächen, 3. Preis.

Je klarer diese definiert sind, desto härter ist das System.

Magie sollte jedoch an keiner Stelle, als schnelle Lösung funktionieren. Nutze die Regeln und Grenzen deines Systems, um Spannung zu erzeugen und Konflikte clever zu lösen.

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