Magische Protagonisten

Magische Protagonisten

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Wer Fantasy liebt, kennt sicher den ein oder anderen magischen Protagonisten. Ob sie nun die Besten ihrer Art, die Auserwählten sind oder sie bis dato noch gar nichts von ihren Kräften wissen, wir lieben es, diese Figuren auf ihren Wegen zu begleiten und ihre Magie zu bewundern.

Doch sie schön es ist, über sie zu lesen, so schwierig kann es auch sein, sie zu schreiben. Eine besondere Hürde stellt dabei das Erklären dieser magischen Kräfte dar, ohne dass man in Infodumps ausschweift oder zu große Lücken lässt.

Darum möchte ich heute meine Einsichten mit dir teilen, die ich in meinem Jahren als Fantasyautor gesammelt habe.

Voraussetzungen

Bevor du überhaupt mit dem Schreiben beginnst, solltest du jedoch ein paar Dinge über die Magie deines Protagonisten und dessen Nutzung wissen.

  • Wie fühlt es sich an, Magie zu nutzen?
  • Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, um Magie nutzen zu können? (braucht man einen Zauberstab oder einen magischen Stein oder ähnliches) Welche Probleme könnten sich daraus ergeben?
  • Was sind die Auswirkungen der Magienutzung (z.B.: Erschöpfung)?
  • Welche Vor-/Nachteile haben Magienutzer gegenüber normalen Menschen? Lassen sie sich anhand körperlicher Merkmale voneinander unterscheiden?
  • Mit welchen Vorurteilen hat ein Magienutzer zu kämpfen?

Besonders über den ersten Punkt solltest du dir Gedanken machen, um glaubhaft beschreiben zu können, was dein Protagonist fühlt, wenn er Magie nutzt.

Die magischen Kräfte deines Protagonisten vorstellen

Generell kann man magische Protagonisten in zwei Gruppen unterteilen:

  1. Der Protagonist weiß zu Beginn nichts von seinen Kräften und lernt sie erst im Laufe der Geschichte zu nutzen
  2. Der Protagonist kennt seine magischen Kräfte von Beginn an

Ersteres ist weit bekannt und wird öfter genutzt als die zweite Alternative (Außer es handelt sich bei dem Buch um einen weiterführenden Band einer Reihe)

Wenig verwunderlich, schießlich hat 1. einige Vorteile gegenüber 2. So kann der Leser die Hauptfigur begleiten und zusammen mit ihm die neue Welt und die neuen Kräfte kennen lernen.

Weiß er/sie die Magie bereits zu nutzen, wird dies weitaus schwieriger.

Aus diesen Gründen sind die zwei Methoden, die ich dir heute hier vorstellen will und die im Fantasygenre so gern verwendet werden, auch hauptsächlich für Protagonisten bestimt, die zu Beginn des Buches nichts von ihren geheimen Kräften ahnen (oder sie erst im Laufe der Geschichte erhalten)

Methoden:

Master-Apprentice-Plot: Diese Methode – die zugleich eine Plotstruktur ist, an der man sich als Autor orientieren kann – beinhaltet einen Meister/Mentor und einen Lehrling (Apprentice), welcher in diesem Fall unser Prota ist.

Das Prinzip ist simpel: In einer Reihe von Unterrichtsstunden wird hier dem Lehrling vom Meister die Nutzung der Magie beigebracht. Leser und Protagonist erfahren so gleichzeitig von den Hürden, Vor-/und Nachteilen, von den Gefahren und Geschenken, die die Magie mit sich bringt.

Mystery: Der Protagonist hat in diesem Fall nicht das Glück, einen Mentor zu haben. Er muss selbst herausfinden, was er ist und wie er mit seiner seltsamen Begabung umgehen kann.

Meist geschehen dabei seltsame Dinge um den Protagonisten herum, die er werde deuten noch kontrollieren kann. Mit der Zeit erkennt er, dass er die Quelle dieser Geschehnisse ist, unternimmt Recherchen und lernt langsam aber stetig mit seinen Kräften umzugehen.

Oftmals stößt er dann durch seine Recherche auf Andere, die dieselben Kräfte besitzen und erhält einige Tipps von ihnen. Ein Mentor, im klassischen Sinne, kann auf diese Weise verzögert in sein Leben treten, muss jedoch nicht.

Weitere Hinweise:

Für all diejenigen, die wie ich ein wenig bekloppt sind und es sich unnötig schwer machen will, folgen hier noch ein paar Hinweise, die auch auf Protagonisten anwendbar sind, die ihre Kräfte bereits von Beginn an kennen. Gilt natürlich aber auch für magische Protagonisten des Typus 1.

  • Erkläre niemals alles auf einmal. Der Sinn der oben genannten Methoden ist es, dem Leser all die Infos zum Magiesystem häppchenweise zu füttern. Wir wollen niemanden mästen, wir wollen Appetit anregen.
  • Beginne mit den Grundlagen. Das sollte selbstverständlich sein. Es nützt dir nichts, bereits die Feinheiten zu erklären, wenn der Leser noch nicht mal weiß, um welche Art Magie es sich in deinem Buch handelt. Wie ließe sich dein Magiesystem in einem Satz zusammenfassen?
  • Wenn dein Protagonist mit Magie aufgewachsen ist (egal ob als Magie nutzer oder nur Zuschauer), dann ist sie nichts Neues für ihn. Hier musst du Grundlagen der Magie subtil vermitteln. Es würde sich falsch anfühlen, wenn der Prota beginnen würde, etwas zu erklären, was er normalerweise niemals in Frage stellen würde.
  • Vermeide eine magische Lösung. Es ist verlockend, einen Konflikt mit einem Zauberspruch zu beenden. Doch wenn das aus heiterem Himmel geschieht, ohne Vorwarnung oder Vorarbeit, kann sich das unverdient anfühlen und der Leser fühlt sich verar***t.
  • Zeige die Schwächen der Magie und auch, wie dein Protagonist daran arbeitet, sie zu überwinden/kompensieren (so vermeidest du, dass z.B. die Lösung eines Problems mithilfe von Magie unverdient erscheint)

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