Schreibroutine und Zeitmanagement

Schreibroutine und Zeitmanagement

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Wahrscheinlich bist du hier, weil du ein Buch schreiben willst, richtig? Und wenn du das hier liest, bist du wahrscheinlich auch noch nicht so weit vorangekommen. Vielleicht hast du aber auch schon ein Buch geschrieben, doch willst nun deinen Prozess verbessern.

Was auch immer es ist (du musst mir nicht antworten, wobei ich mich natürlich trotzdem über deinen Kommentar freuen würde 😉 ), eine Schreibroutine ist essentiell, wenn du deine Schreibziele erreichen und konstant an deinem Buch arbeiten willst.

Besonders, wenn du dich Professionell dem Schreiben widmen möchtest, sollte du eine Routine finden, die in deinen Alltag und zu deiner Arbeitsweise passt.

Warum ist eine Schreibroutine so wichtig?

Vielleicht kennst du das: Du hast am nachmittag eine Stunde lang Zeit und überlegst, ob du schreiben willst oder die Zeit lieber sinnlos am Handy verdaddeln willst.

Du diskutierst mit dir selbst und ehe du dich entscheiden kannst, ist bereits wieder eine halbe Stunde vergangen und du denkst dir: Nun lohnt es sich auch nicht mehr, noch mit dem Schreiben zu beginnen.

Eine Schreibroutine hilft dir, genau solche Situationen zu eliminieren. Denn du hast dir vorher eine Zeit festgesetzt, in der du Schreiben willst und ist diese Zeit gekommen, setzt du dich (im Idealfall) ohne Wenn und Aber an deinen Schreibtisch und schreibst.

Jeden Tag, jede Woche, jedes mal zur selben Uhrzeit.

So integrierst du das Schreiben in deinen Alltag und es wird zur Gewohnheit. Das ermöglicht es dir, effizenter und effektiver zu arbeiten und du verschwendest keine Zeit mehr mit inneren Monologen.

Tägliche vs. wöchentliche Schreibroutine

Idealerweise schaffst du es, dir jeden Tag Zeit fürs Schreiben zu nehmen. Und wenn es nur eine Halbe Stunde am Morgen ist. Oder eine Stunde am Abend, bevor du den Fernseher einschaltest oder du dich mit einem Buch in deine Leseecke setzt.

Jeden Tag zur selben Zeit zu schreiebn hilft dur dabei, eine Gewohnheit zu etablieren und einen regelmäßigen Fortschritt zu sehen.

Doch du musst nicht jeden Tag schreiben.

Gerade wenn du eine Familie hast, einen Vollzeitjob und wenn der Haushalt auf dich lauert und Freunde und Verwandte schon wieder fragen, wann du dich mal wieder bei ihnen blicken lässt…

Gerade dann ist es schwer, sich jeden Tag Zeit fürs Schreiben freizuschaufeln.

Vielleicht hast du stattdessen einen Tag in der Woche, an dem du regelmäßig etwas Zeit frei hast oder nehmen kannst.

Es ist auch völlig okay, wenn du nur am Wochenende an deinem Buch arbeiten kannst, jedoch sollest du dir auch dann feste Zeiten setzen, die du mit deiner Familie kommunizierst, damit sie wissen, dass du in diesen ersten Stunden des Sonntagmorgens nicht erreichbar sein wirst.

So betreibst du effektives Zeit- und Zielmanagement

Um eine effektive Schreibroutine zu entwickeln ist es wichtig, dass du deine Ziele an die dir zur Verfügung stehende Zeit anpasst.

Es wäre kontraproduktiv, wenn du dir das Ziel setzt, in drei Monaten 100.000 Wörter zu schreiben, wenn du nur einmal die Woche 2 Stunden zum Schreiben freimachen kannst. (Um das zu schaffen, müsstest du schon ein extrem schneller Schreiber sein)

Doch wie erstellst du dir einen Plan, der perfekt zu dir und deinem Alltag passt? Zwei Möglichkeiten:

Manage deine Ziele ausgehend davon, wie viel Zeit du hast

Schau dir also an, wie viel Zeit dir pro Woche zur Verfügung steht. Sind es 3 Stunden? Zehn?

Wie viel kannst du durchschnittlich in einer Stunde schreiben? Ist das abhängig von der Tageszeit? (Manche sind kreativer/produktiver in den frühen Morgenstunden, andere mitten in der Nacht.)

Ausgehend von diesen Zehlen kannst du dir ausrechnen, wie viele Worte du in etwa jede Woche wirst schreiben können.

Wichtig ist dabei jedoch, dass du wirklich ehrlich zu dir bist und dich nicht übernimmst oder untertreibst. Um wirklich genaue Zahlen zu erhalten, kann es sich lohnen, zu tracken, wann du wie viel schreibst und in welcher Zeitspanne.

Anhand dieser Zahlen kannst du dir nun wiederrum ausrechnen, wie viel du in einem Monat, eine Jahr schreiben könntest (sollten alle Voraussetzungen gleich bleiben).

Manage deine Zeit ausgehend von deinen gesetzten Zielen

Diese Methode funktioniert prinzipell genauso wie die Erste, nur umgekehrt. Sie setzt jedoch voraus, dass du realistisch abschätzen kannst, wie viel du am Tag/in der Woche schreiben kannst.

So kannst du dir zum Beispiel das Ziel setzen, in 5 Monaten ein Buch mit ungefähr 120.000 Wörter zu schreiben.

Anhand dessen kannst du dir nun errechnen, wie viel du durchschnittlich schreiben musst, um dieses Ziel zu erreichen.

So müsstest du in diesem Beispiel ca. 25.000 Wörter pro Monat schreiben. (Wobei es sich immer lohnt, die Zahlen zu beginn etwas höher anzusetzen, um dir mit der Zeit einen Puffer aufzubauen.)

Daraus ergeben sich dann etwa 820 Wörter pro Tag. Oder 1.640 jeden zweiten Tag. Oder 1.435 Wörter an 4 Tagen in der Woche.

Bonus: Kombiniere beide Methoden

Was ich gern tu, wenn ich mir nicht sicher bin, wie viel in welchem Zeitraum schaffen will, ist, die oben genannten Methoden miteinander zu kombinieren.

Wie sieht das aus?

Meist kann ich (anhand der Anzahl der Kapitel und der Länge ähnlicher Werke) recht gut abschätzen, wie lang mein Buch ungefähr werden wird.

Bleiben wir beim Beispiel von 120.000 Wörtern.

Diese Wörter möchte cih nun so schnell wie möglich zu Papier bringen, doch ich weiß, dass ich nicht den ganzen Tag nur schreiben kann. Vielleicht kann ich eine Stunde herausschlagen, manchmal vielleicht aber auch nur eine Halbe.

Ich probiere also ein bisschen herum. 500 Wörter am Tag sind zwar ein niedriges Ziel, aber auch schon mit nur einenr Halben Stunde täglich machbar. Bei dem Tempo bräuchte jedoch ca. 240 Tage, also fast 8 Monate, um die Rohfassung des Romans zu beenden.

Bei 1.000 Wörtern täglich bräuchte ich entsprechend nur 4 Monate, doch ich bin mir nicht sicher, ob cih dieses Pensum jeden Tag einhalten könnte.

Mit ein wenig herumexperimentieren komme ich meist zu einer Zahl, die für mich auf lange Sicht zwar anspruchsvoll, aber vor allem auch machbar ist.

Wenn du dir all das Herumrechnen ersparen möchtest, kann ich dir Pacemaker empfehlen. Diese kostenloses Webseite ermöglicht es dir, einen sehr individualisierbaren Plan für dein Projekt zu erstellen.

Dazu legst du einfach dein Start- und Enddatum, sowie die angestebte Wortzahl fest, und kannst dann aus 7 verschiedenen Plänen den wählen, der dir am besten passten. Diesen kannst du dir dann noch weiter anpassen, indem du z.B. Tage festlegst, an denen du mehr, weniger oder auch gar nicht an deinem Projekt arbeiten möchtest.

Du kannst deinen Fortschritt nach jeder Schreibsession updaten und das Programm gleicht dann deinen Plan daran an.

Auch Schreibprogramme wie Scrivener besitzen ähnliche Funktionen, jedoch ist die von Pacemaker bisher die beste (und vorallem auch günstigste) Alternative, die ich bisher finden konnte.

Schreibst du täglich? Und wenn ja, wie viele Wörter sind es bei dir? Lass es mich in den Kommentaren wissen!

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