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Schneller Schreiben – 5.000 Wörter pro Stunde

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Letzte Woche habe ich mir den Schreibratgeber „5,000 words per hour“ von Chris Fox als eBook gegönnt. Das Versprechen, 5.000 Wörter in der Stunde schreiben zu können, hat mich sofort fasziniert und ich war neugierig, wie Fox das erreichen will.

An guten Tagen schaffe ich etwa 700-800 Wörter in einer einstündigen Schreibsession. Das ist nicht schlecht. Doch wie Fox auch in seinem Buch richtig feststellt, ist meine Zeit begrenzt. Wenn ich also mehr schaffen will, muss ich schneller schreiben lernen.

Das macht mir ein wenig Angst, da sich über die Jahre der Gedanken in mir eingebrannt hat, dass ich gar nicht so schnell denken kann, wie ich gern schreiben würde – zumindest wenn es um das bildliche verstellen von Szenen, Figuren und Dialogen geht. ZUdem befürchtete ich, dass meine Qualität darunter leiden würde und ich entsprechend hinterher mehr Arbeit hätte.

Doch ich habe bereits einige Prinzipien ausprobiert, die in dem Buch besprochen werden. Und ich war positiv überrascht. Darum möchte ich heute ein paar der wichtigsten Lektionen mir dir teilen.

1. Mini Sprints

Der bei weitem wichtigste und effektivste Tipp, den ich aus dem Buch mitgenommen habe, drehte sich um Mini-Sprints. Fox argumentiert, dass man klein anfangen sollte, um seine Konzentration zu trainieren.

Was sind Schreib-Sprints? Im Grund nichts anderes als eine festgelegte Zeit, in der man versucht, so schnell wie möglich zu schreiben und entsprechend möglichst viele Wörter rauszuhauen. Meist wird in dem Zusammenhang die Pomodoro-Methode empfohlen, was bedeutet, dass man 25 Minuten schreibt, 5 Minuten Pause macht und anschließend wieder einen 25 Minuten Sprint hinlegt.

Doch die Meisten von uns sind es nicht gewohnt, sich so lange auf eine Sache zu konzentrieren und schweifen ab oder gehen dazu über, bereits geschriebenes zu korrigieren. Das widerspricht dem Sinn eines Sprints.

Darum empfiehlt Fox 5-Minuten-Sprints, die nach ausreichend Übung entsprechend auf 10 Minuten erweitert werden können.

In dieser Zeit darfst du keinerlei Pausen oder Korrekturen machen, nicht einmal um fehlende Buchstaben oder Kommas einzufügen. Es geht lediglich darum Output zu generieren. Das ganze Ding erstmal runter zu rattern. Die Qualität ist dabei egal. Korrekturen können später immer noch vorgenommen werden.

Mit der Zeit wird sich deine Qualität automatisch verbessern. Ebenso wird auch die Anzahl von Worten nach oben gehen, die du in dieser kleinen Schreibspanne schreiben kannst.

Als ich diesen Mini-Sprint zum ersten Mal versucht haben, habe ich nach nur 5 Minuten auf fast 250 neue Wörter geschaut. Dafür habe ich vorher fast 20 Minuten gebraucht. Ich habe also schon allein im ersten versuch meine Geschwindigkeit vervierfacht!

2. Track deine Worte

Ein weiterer großer Punkt in Fox’s Buch ist das Tracken von Ergebnissen und ich kann mich dieser Meinung nur anschließen. Getrackt habe ich meinen Wordcount und Schreibzeiten schon vorher, doch Fox fügt dem noch ein paar Kategonien hinzu.

Die Wichtigste davon: WPH („Words Per Hour“ oder auch Worte pro Stunde)

Diese kannst du dir ganz einfach ausrechnen, indem du das Ergebnis deines 5-Minuten Sprints nimmst und es mit 12 multiplizierst. Hast du einen 10 Minuten Sprint gemacht, rechnest du mal 6 usw.

Für meinen ersten Sprint würde das ein WPH von ca. 2.750 Wörtern ergeben. Das ist noch weit entfernt von den 5.000 Wörtern, von denen Fox berichtet, doch schon deutlich mehr, als ich normalerweise schreiben könnte.

Indem man diese Zahlen trackt und sich regelmäßig Ziele setzt, kann man bald beobachten, wie diese Zahlen steigen. Das hilft dir dabei, am Ball zu bleiben, deine Fortschritte zu beobachten und wirkt gleichzeitig als Belohnung für deine harte Arbeit.

Ergebnisse zu sehen ist für Autoren schwierig, da unsere Arbeit eher abstrakt ist. Doch wenndu deine Werte aufschreibst und verfolgst, erhälst du handfeste Daten, die beweisen, dass du dich weiterentwickelt und nachhaltig verbessert hast.

3. Gewohnheiten entwickeln

Willst du langfristig bessere Ergebnisse sehen, musst du das Schreiben zur Gewohnheit werden lassen. Die Mini-Sprints machen das einfacher, da man mit ihnen wirklich nicht viel Zeit braucht, um wenigstens ein paar hundert Wörter jeden Tag zu Papier zu bringen.

Diesen Aufbau einer Routine kannst du unterstützen, indem du jeden Tag zur selben Zeit und am selben Ort schreibst. Das kann früh vor dem Frühstück sein, in deiner Mittagspause oder bevor du ins Bett gehst.

4. Planung

Ein gewisses Maß an Planung ist wichtig, insbesondere wenn du schneller schreiben möchtest. Wenn du alle paar Sätze überlegen musst, was als nächstes passieren soll, kannst du nicht schneller vorankommen.

Daher solltest du dir vor jedem Sprint überlegen, was du schreiben willst und wie sich jede Szene entwickeln soll. So weißt du von Anfang an, wohin es geht und ersparst die das Grübeln während des Schreibens.

Schon ein paar Absätze reichen aus, um dir ein grobes Bild zu geben. Die zählen jedoch nicht zur Sprintzeit dazu.

5. Ablenkungen ausschalten

Während des Sprints sollte deine gesamte Aufmerksamkeit dem Schreiben gelten. Stelle also sicher, dass dich nichts nd niemand ablenken kann. Mach das Internet aus, trink einen Schluck und lass eventuelle Mitbewohner wissen, dass sie dich jetzt nicht stören sollten.

6. Mehr schreiben ohne zu schreiben

Selbst wenn du über Monate hinweg übst und trainierst, irgendwann wird dein WPH-Wert anfangen zu stagnieren, da deine Finger irgendwann mit Tippen nicht mehr hinterher kommen werden.

Eine Lösung dafür bietet das Diktieren. Das ist nicht für jedermann und bedarf etwas Eingewöhnung, doch es kann der letzte Schritt sein, den es braucht, um die 5k pro Stunde zu knacken.

Ich habe es persönlich noch nicht ernsthaft probiert, doch werde es sicher in der Zukunft auch noch mal versuchen.

Bis dahin genügt es mir vollkommen zu sehen, wie mein Wordcount allein dank der 5-Minuten-Sprints in die Höhe schießt.

Hast du vor, die Mini-Sprints auszuprobieren? Lass es mich gern in den Kommentaren wissen!

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