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Reihenplanung: Warum du eine Buchreihe schreiben solltest

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Es gibt wahnsinnig viele Bücher da draußen. Und betrachtet man allein die Unterhaltungsliteratur, so stellt man bald fest, dass so ziemlich jedes Zweite davon Teil einer Reihe ist.

Duologien, Trilogien, Quatrologien und sogar scheinbar unendliche Reihen mit 15 Büchern, 20 Büchern und keinem Ende in Sicht.

Ich weiß nicht, wie es dir damit geht, aber alle meine Lieblingsbücher sind Teil einer Reihe – um nicht zu sagen, sie sind die Reihe.

Ein Buch ist heutzutage schon lange nicht mehr genug, um die gesamte Karriere eines Autors zu finanzieren. Nicht nur, weil unser Leben heute so verdammt teuer geworden ist, sondern auch, weil sich der Buchmarkt – der gesamte Medien- und Unterhaltungsmarkt – so stark verändert hat.

Die Menschen sind süchtig nach mehr. Fernsehen und Videospiele haben das Tempo, in dem wir Geschichten konsumieren, enorm beschleunigt. Dementsprechend sind auch Bücher „schneller“ geworden. Das Pacing muss passen, Filler-Content und Fluff sind zur Todsünde geworden, das Tempo der Veröffentlichungen hat sich dank des eBook-Marktes und Rapid-Release-Strategien wahnsinnig gesteigert.

Kurz gesagt: Wir wollen immer schneller immer mehr.

Da ist es schwer, mitzuhalten. Und insbesondere junge Autoren, die jetzt erst in den Markt einsteigen, haben es bei dem rasanten Tempo schwer, Fuß zu fassen und nicht in dem Meer an Möglichkeiten unterzugehen.

Ein Buch eine neuen Autors geht da schnell verloren. Die einzige Möglichkeit, wenn man dauerhaft Erfolg haben und mithalten möchte, ist, sich der Schnelllebigkeit anzupassen und selbst viele Bücher rauszubringen.

Wie?

Die Vorteile einer Reihe gegenüber Einzelbänden

Einmalige Vorarbeit

Egal, was du schreibst, du wirst immer die ein oder andere Vorarbeit leisten müssen. Charaktere wollen entwickelt, eine Welt erschaffen und der Plot geplant werden. Schreibst du eine Reihe, so musst du zumindest die Charaktere und das Setting nur einmal erschaffen.

Wer einmal ernsthaftes Worldbuilding betrieben hat, der weiß, wie viel Arbeit das sein kann. Der ein oder andere Nebencharakter wird zwar im Verlauf der Story immer noch hinzukommen, doch der Grundstein für alle Bücher ist bereits zu Beginn gelegt.

Im Vergleich zu Einzelbänden, wo du für jedes Buch neue Umstände und Personen erfinden musst, kann dir das sehr viel Zeit und Nerven sparen.

Marketing

Du musst nicht jedes Buch einer Reihe einzeln vermarkten. Stattdessen reicht es meist, das erste und das neueste Buch zu pushen.

Denn wenn deinen Lesern das erste Buch gefällt, werden sie automatisch auch nach dem Zweiten greifen. Und dann nach dem Dritten – ohne dass du für diese Bücher wahnsinnig viele Marketingmittel einsetzen musst. Das ist ein natürlicher Prozess, auch Read-Through genannt.

Je mehr Bücher du hast und je besser du diese miteinander verlinkst (entweder indem sie alle Teil einer Reihe sind oder du deine anderen Werke am Ende eines Buches durch z.B. Leseproben ankündigst), desto höher wird deine Read-Through-Rate.

Je mehr Bücher du also hast, desto mehr wird dein Marketing zum Selbstläufer.

Mehr Aufmerksamkeit/Exposure

Dieser Punkt spielt ein wenig mit ins Marketing hinein. Je mehr Bücher du veröffentlicht hast, desto größer ist deine Präsenz auf dem Buchmarkt. Jedes Buch, das du schreibst, hilft dir dabei, gesehen zu werden und neue Leser zu gewinnen. Dein Reportoire wächst ebenso wie deine Bekanntheit.

Das lässt sich natürlich auch mit Einzelbänden schaffen. Doch wie bereits gesagt, gehen einzele Bücher schneller in der Masse unter. Stell dir z.B. ein Buchregal vor. Was fällt dir eher auf: Das einzeln Buch, das ganz oben in der Linken Ecke steht? Oder die 3 Bücher, die nebeneinander in der Mitte stehen und dessen einheitliche Farbgestaltung sie eindeutig als Reihe ausweist?

Dabei gilt: Je mehr Bücher eine Reihe hat, desto mehr Aufmerksamkeit erregt sie. Es gab eine Zeit, in der hat George R. R. Martins A Song of Ice and Fire fast ein gesamtes Fach in jedem zweiten Buchladen eingenommen, weil dort alle 10 Bände dieser Reihe standen. Wer diese Serie vorher nicht kannte, kannte sie spätestens dann.

Leser lieben Trilogien

Ebenso wie du als Autor, wollen auch viele Leser irgendwann in einer Welt ankommen und nicht jedes Mal neue Regeln lernen. Zudem wollen sie auch so viel Zeit wie möglich mit lieb gewonnenen Charakteren verbringen – ohnen ihnen gleich ihr ganzes Leben zu widmen.

Aus diesem Grund greifen sie gern zu Trilogien. Sie bieten genug Lesestoff, um für viele Stunden für Unterhaltung zu sorgen. Dabei ziehen sie den Leser mit sich in eine Welt, die sich spätenstens ab Band 2 wie zuhause anfühlt. Geliebte Figuren kehren immer wieder, doch erleben stets neue Abenteuer und Herausforderungen. Gleichzeitig besitzen Trilogien (in den meisten Fällen) ein definitives Ende, was enorm zu einem befriedigenden Leseerlebnis beitragen kann.

Nachteile von Reihen

höherer Zeitaufwand

Natürlich wirst du mehr Zeit zum Schreiben einer Reihe brauchen, als das bei einem Einzelband der Fall wäre, zumindest wenn man die Reihe als Ganzes betrachtet.

Je nachdem, wie schnell du schreibst, wie viel du planst, umplanst und überarbeitest und viel lang die einzelnen Bände werden – wirst du mindestens ein paar Monate, wahrscheinlich sogar eins-zwei Jahre oder mehr brauchen, um die Reihe zu vervollständigen.

Nicht jeder ist dafür gemacht.

Wartezeiten zwischen Büchern

Manchmal dauert es Jahre, bis der nächste Band einer Reihe erscheint (Insbesondere, wenn man traditionell über einen Verlag veröffentlicht. Im Selfpublishing kann die Wartezeit stark reduziert werden und beträgt manchmal nur ein paar Wochen).

Das kann manche Leser abschrecken. Viele warten deshalb lieber, bis die gesamte Reihe veröffentlicht ist, bevor sie zum ersten Teil greifen, um nicht nach einem Cliffhanger auf dem Trockenen zu sitzen oder die gesamte Reihe nach Jahren des Wartens erneut lesen zu müssen.

Lassen sich Leser davon nicht abschrecken, so bleibt dann doch noch das Risiko, dass sie dich und deine Reihe während längerer Wartepausen zwischen den Büchern vergessen oder später keine Lust mehr auf das Werk haben, da es in ihrer Erinnerung abgeklungen ist.

Eine Möglichkeit das zu vermeiden, ist es, alle Teile möglichst rasch hintereinander zu veröffentlichen. Manche Autoren schreiben aus diesem Grund bereits alle Bände einer Reihe fertig, bevor sie das Erste herausbringen. Das erfordert jedoch einiges an Geduld und Durchhaltevermögen.

Höheres Risiko

Eben weil viele Leser lieber warten, bis alle Bücher einer Reihe erschienen sind, lässt sich der Erfolg nicht schon am ersten Buch messen. Floppt der erste Band, so kannst du als Autor nur darauf hoffen, dass die Verkäufe mit der Anzahl veröffentlichter Bücher steigen.

Doch das Risiko, dass sich die gesamte Reihe nicht verkauft, besteht natürlich immer. Insbesondere, wenn die Handlung der Bücher aufeinander aufbaut, ist das vernichtend, da neue Leser nicht mittig in die Reihe einsteigen können.

Hast du bereits alle Teile vor Veröffentlichung geschrieben, so riskierst du, viel Zeit und Mühe zu opfern. Ich sage hier bewusst nicht „verschwendet“, auch wenn es sich in dem Moment vielleicht so anfühlen mag, denn wirst aus der Erfahrung lernen können. Schon allein ein Buch zu vollenden ist etwas, das viele junge Autoren anstreben, doch nie erreichen.

Fazit zum Schreiben von Reihen und Trilogien

Wie jede Unternehmung, die wir in unseren Leben beginnen, ist auch das Schreiben von Reihen nicht komplett ohne Risiken oder Nachteile. Doch diese können strategisch minimiert werden, sodass im Großen und Ganzen die Vorteile klar überwiegen.

Solange deine Geschichte groß genug ist und sie dir beim Schreiben Freunde bereitet, solltest du dich nicht davon abhalten lassen, sie in Form einer Buchreihe zu verwirklichen.

Trau dich und beginne zu plotten. Du kannst das.

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