7 Tipps, um endlich dein erstes Buch zu schreiben
7 Tipps, um endlich dein erstes Buch zu schreiben

7 Tipps, um endlich dein erstes Buch zu schreiben

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Spielst Du mit dem Gedanken, dein erstes Buch zu schreiben oder soll es – so wie ich es mir auch in den Kopf gesetzt habe – gleich eine Buchreihe werden und du weißt nicht, wie du dieses Projekt angehen sollst? An diesem Punkt stand ich ebenfalls und was ich in meinen Anfängen gelernt habe, welche Erfahrungen ich gemacht habe und was ich dir raten würde, erfährst du in diesem Artikel.

1. Die Idee

 Am Anfang war das Licht…Stopp! Falscher Anfang. Spulen wir nochmal zurück.

Am Anfang steht die Idee. In meinem Fall war es eine einzige Frage, die ich mir stellte, als ich einen Artikel zum Aussterben der Dinosaurier gelesen habe:

Was wäre passiert, wenn dieser Meteorit vor ca. 66 Millionen Jahren nicht auf unserem Planeten eingeschlagen wäre? Meine Antwort: Die Dinosaurier hätten überlebt und mit ihnen auch andere Lebewesen, aus denen sich Seite an Seite mit den Menschen intelligente Lebensformen entwickelt hätten. Dies war mein Ausgangspunkt.

Eine konkrete Story oder konkrete Charaktere hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Ich habe mich erst einmal darauf konzentriert, eine Welt zu gestalten. Nun bewege ich mich mit meiner Geschichte im Fantasy-Genre und dort ist das World Building eine – wie ich finde – elementare Sache und deswegen war dies für mich der erste logische Schritt. Dies muss allerdings nicht für dich gelten. Du kannst dir auch einfach erstmal eine Story überlegen und dir dann die passenden Charaktere und dann eine stimmige Welt ausdenken. Oder aber du beginnst mit den Charakteren, überlegst dir dann in was für einer Welt sie leben und welche Story in ihrem Leben erzählenswert erscheint. Wichtig ist nur, dass du deine Idee weiterspinnst.

Deine Idee ist die Basis für dein Buch, doch diese Basis muss weiterentwickelt werden. Schreib alles auf, was dir für den Fortlauf deiner Geschichte einfällt, entweder sofort in Form einer Geschichte, die du irgendwie in dein Buch einbauen kannst oder in einer Buchbibel.

2. Ein Schritt nach dem Anderen

Die schmerzlichste Erfahrung, die ich machte, als ich mein erstes Buch schreiben wollte, möchte ich gleich hier mit dir teilen: Du kannst nicht alles auf einmal lernen und erledigen! Als ich entschied, „Ja, die Idee ist es. Die will ich in einem Buch, ja sogar in einer Bücherreihe, niederschreiben“, wollte ich alles parallel erledigen.

Ich wollte die perfekte Geschichte schreiben, entscheiden wie das Cover aussehen soll, den perfekten Titel für das Buch finden, meine Marketing-Kenntnisse und -Fähigkeiten parallel entwickeln und auch schon in die Tat umsetzen. Ich wollte den Text gleichzeitig formatieren und parallel korrigieren, denn das sollte ja wohl das kleinste Problem sein.

Wenn du nur einen Tipp aus diesem Artikel mitnehmen solltest, dann diesen:

Mach nicht alles auf einmal! Cover? Später! Marketing? Später! Formatierung? Später! Korrektur? Später! Was solltest du also zuerst erledigen? Schreib deine Geschichte! Ungefiltert und unkorrigiert.

Die Geschichte muss noch kein druckreifer Text sein, sondern einfach nur das Ergebnis deiner Fantasie. Mir einzugestehen, dass die erste Version meiner Geschichte kein druckreifer Text sein wird, war für den kleinen Perfektionisten in meinem Hirn nicht einfach, aber entscheidend ist, dass du deine Geschichte schreibst und deiner Fantasie freien Lauf lässt. Dabei ist es erstmal unerheblich, ob du viel zu viel schreibst, noch wichtige Fragen ungeklärt sind oder dein Text nur so vor Rechtschreibfehlern strotzt. All das kannst du später überarbeiten.

3. Schreiben und Lesen

Ich weiß, es ist am Anfang beängstigend. Wie soll ich ein ganzes Buch schreiben? Commitment! Dieses Wort stammt aus dem Englischen und frei übersetzt heißt es so viel wie Selbstverpflichtung, aber in einem sehr viel positiveren Sinne, als der Teil „Verpflichtung“ im Deutschen suggeriert. Es ist verbunden mit Einsatzbereitschaft, Hingabe und Engagement und genau deswegen wird dieser Wert im modernen Arbeitskontext – wo ich ihn kennengelernt habe – „gepredigt“. Diesen Wert kannst du auch für dich nutzen. Nehme dir selbst vor: Ich schreibe ein Buch!

Schreibe erstmal den ersten Satz. Dann den ersten Absatz. Dann die erste Seite.

Pause.

Lese es dir ruhig einmal durch. Gefällt’s dir? Nein? Was gefällt dir nicht? Egal was es ist…ob der Einstieg für deine Geschichte, die Handlung an sich, der Schreibstil…all das wird sich nur verbessern, indem du schreibst. Alles was wir tun, erfordert Übung. Wir schreiben seit der ersten Klasse, vielleicht sogar schon früher und sind erstmal der Meinung Schreiben ist Schreiben, aber dein Schreibstil wird sich nur mit Übung verbessern. Niemand von uns wird einen tolkienschen Fantasy-Roman aus dem Stand schreiben. Dazu gehört neben einem Quäntchen Talent auch ein Batzen Übung, nur dadurch wirst du bessere Texte schreiben.

Okay, das war gelogen. Nicht nur dadurch. Auch durch Lesen, Lesen, Lesen. Sicherlich hast du Lieblingsbücher, die dich antreiben, selbst ein Buch oder mehrere Bücher zu schreiben. Nimm dir doch mal vor, all diese Lieblingsbücher noch einmal zu lesen, doch diesmal mit der sprichwörtlichen Brille eines Autors. Stell dir selbst Fragen zu der Geschichte, wie z.B. die Folgenden:

  • Warum kann ich jetzt gerade das Buch nicht weglegen, wie schafft der Autor das?
  • Was gefällt mir an diesem Absatz, diesem Kapitel, diesem Buch?
  • Was gefällt mir an diesem Absatz, diesem Kapitel, diesem Buch nicht?
  • Gefällt mir die Erzählperspektive? Kann ich sie auch für mein Buch nutzen oder sollte ich eine andere wählen?
  • Wie nutzt der Autor Dialoge und Erzählung, um die Handlung voranzutreiben?
  • Welche Charaktere gefallen mir besonders gut und wieso?

Auch Bücher, die dir nicht gefallen, können sehr lehrreich sein, da einem erst dann all die Punkte auffallen, die man im eigenen Buch unbedingt vermeiden möchte. Dabei kannst du dich (zusätzlich zu den oben genannten Punkten) fragen:

  • Was würde ich anders machen?
  • Wie könnte ich diese Stelle verbessern?

Diese und noch viel mehr Fragen kannst Du Dir während des Lesens stellen. Auch das Markieren von Textstellen ist sinnvoll, um sie wiederzufinden und in Erinnerung zu rufen, wenn du selbst ähnliche Handlungsstränge, Stimmungen etc. in deine Geschichte einbauen möchtest.

4. Recherche – so viel wie nötig, so wenig wie möglich

Als ich die Idee für mein erstes Buch hatte, habe ich erst einmal ewig recherchiert. Ich habe recherchiert, welche Dinosaurier es gegeben hat, wie sich die Welt bzw. die Kontinente und auch das Klima entwickelt haben, welche weiteren Tiere einst gelebt haben, und, und, und…

Aus dieser Recherche sind immer wieder neue Ideen entstanden. So nutze ich beispielsweise alte Mythologien (so wie viele andere Autoren, z.B. auch J. K. Rowling) und baue sie in meine Geschichte ein, meist in abgewandelter Form, damit sie sich stimmiger in meine Geschichte einfügen. Ich habe die Geografie, vor allem die landschaftlichen Gegebenheiten des Handlungsgeschehens, studiert, wodurch sich neue Handlungsstränge ergeben haben. Die Recherche führt also zu diversen neuen Ideen, die hervorragend in die Story eingebaut werden können.

Sie hat in meinem Fall allerdings auch dazu geführt, dass ich gut 10 Monate nur recherchiert habe, ohne ein einziges Wort meiner Geschichte zu schreiben. In dieser Zeit habe ich nicht nur inhaltliche Recherche betrieben, sondern habe mich durch Schreibratgeber, Blogs und Podcasts weitergebildet, um zu lernen, was wichtig ist beim Schreiben. Auch hier erhält man natürlich sinnvolle und gewinnbringende Informationen, die einem das Schreiben erleichtern können, doch der wichtigste Tipp, der mindestens in jedem zweiten Schreibratgeber steht, ist: Fang an zu schreiben und schreib, schreib, schreib…so oft und so viel du kannst.

Was du schreibst, bleibt dir überlassen, aber schreib. Fang ruhig mit deiner Geschichte an oder schreib erstmal kleinere Kurzgeschichten. Nur so kannst du dich als Autor weiterentwickeln.

5. Mach Pausen

Nach den ersten Kapiteln meines Buches, habe ich es erstmal weggelegt und eine kleine Weihnachtsgeschichte geschrieben. Der Anlass war ein Weihnachtsgeschenk für meine Freundin, doch im Endeffekt war es auch ein guter Perspektivwechsel, zwischendurch etwas anderes zu schreiben.

Wenn du also mal nicht weiterkommst oder du das Gefühl hast, deine Geschichte nimmt gerade nicht so wirklich Fahrt auf, schreibe einfach mal etwas anderes. Schau mit neuer Energie und etwas Abstand auf deine Geschichte, dann fallen dir sicherlich neue Handlungsstränge ein und du schreibst spannender.

Wenn dich genauso wie mich zum damaligen Zeitpunkt Zweifel plagen, dann hör auf einen „Leidensgenossen“: Schreib einfach drauf los. Ja, du musst noch Einiges lernen. Ja, du kannst immer noch mehr Details in deine Welt einbauen. Ja, deine Story kannst du immer noch genauer planen.

All das kannst du aber auch in deinen Schreibpausen noch erledigen. Ich habe das ewige Planen immer noch nicht ganz aufgegeben, aber ich schreibe. Längst nicht so schnell, wie ich wollte, doch den Anfang habe ich geschafft.

6. Plotter oder Pantser?

Die monatelangen Recherchen und die Planung, die ich vorgeschoben habe, bis ich endlich mal angefangen habe mein erstes Buch zu schreiben, haben mir immerhin eine Frage beantwortet, die in meinen Augen jeder Autor für sich beantworten muss, sei es durch Selbstreflektion oder durch Erfahrung:

Bin ich ein Pantser oder Plotter?

Diese Begriffe geistern durch sämtliche Schreibblogs und beschäftigen sich mit der einfachen Frage, ob ich meine Geschichte zunächst durchplane und plotte, wie die Handlung voranschreiten wird oder ob ich mich auf den sprichwörtlichen Hosenboden (pants) setze und einfach anfange, zu schreiben. Für mich stand von Anfang an fest, dass ich ein mustergültiger Plotter bin, einfach weil ich so gestrickt bin und ohnehin erstmal alles Mögliche rund um meine Geschichte geplant habe, ohne bis dahin überhaupt von den Begriffen „Pantser“ oder „Plotter“ gehört zu haben.

Ich persönlich kann dir das Plotten nur wärmstens empfehlen, doch es liegt an dir selbst herauszufinden, ob du Plotter oder Pantser bist. Vielleicht bist du – wie Stephen King – ein geborener Pantser und schreibst deine Geschichte „in einem Rutsch“. Dies wirst du nur herausfinden, indem du anfängst zu schreiben. Wenn du mit der Zeit feststellst, dass du dich verrennst, macht es vielleicht Sinn deine Grundstory erstmal zu planen, bevor du weiterschreibst. Dies wirst du nur durch Erfahrung herausfinden.

Zum Plotten wirst du ebenfalls unzählige Tipps im www und natürlich auch hier bei uns finden. Wenn du deine Story im Voraus planst, hast du zu jeder Zeit einen roten Faden, dem du folgen kannst, wenn du noch unsicher bist, in welche Richtung deine Story sich bewegen soll.

Mit der Zeit wirst du sicherer werden, was deine Story anbelangt, wirst du merken, dass du dich nach und nach von deinem Plot löst und du bzw. in erster Linie deine Charaktere (richtige Dickköpfe können die sein) die Handlung bestimmen. Wenn du dann irgendwann doch nochmal den roten Faden verlierst, kannst du wieder deinen Plot zu Rate ziehen und schauen, wie du wieder „zurück auf die Straße“ findest.

Dabei solltest du das große Ganze im Auge behalten und dir überlegen, ob die Gesamtstory noch zusammenpasst. Wenn dies nicht der Fall ist, solltest du erst einmal deinen Plot überarbeiten, bevor du weiterschreibst, damit dein roter Faden nicht irgendwann abreißt.

7. Charakterentwicklung

Weißt du noch immer nicht, wie du anfangen sollst dein erstes Buch zu schreiben? Nun. Du hast eine Idee? Check. Du hast eine Welt gebaut? Check. Du hast eine grobe Handlung? Check.

Spätestens jetzt solltest du dir überlegen, wer deine Hauptcharaktere (Protagonisten, Antagonisten, Side-Kicks) sein werden. Überlege dir welche Rolle sie in deiner Geschichte haben. Warum ist dein Protagonist der Protagonist? Welche Ziele verfolgt er und welche Konflikte der Hauptstory stehen diesen Zielen gegenüber? Welche Ziele verfolgt der Antagonist und inwiefern führen diese zum Konflikt mit dem Protagonisten? Welchen Einfluss hat das Leben dieser Personen auf den Fortgang der Story?

Diese Fragen solltest du beantworten können, um deine Story schreiben zu können. Diese Fragen kann man selbstverständlich bis ins Unendliche ergänzen. Viele Autoren schreiben detaillierte Steckbriefe über die Charaktere, führen Interviews mit ihnen, in denen sie ihnen Fragen zum Aussehen, ihrer Familie, ihren Freunden, ihrem gesamten Leben stellen und malen sie sogar, um sie sich auch bildlich besser vorstellen zu können. Auf Pinterest beispielsweise findest Du zahlreiche Fragebögen für deine Buchcharaktere.

Ich habe versucht ebenfalls so vorzugehen (klar, immerhin möchte ich am liebsten alles im Voraus planen), aber bei Charakteren habe ich gemerkt, dass dort meine Vorausplanung nicht wirklich funktioniert. Ich muss sie während des Schreibens kennenlernen.

Dann dokumentiere ich auch Aussehen, Charakterzüge, Namen von Freunden und so weiter und sofort, um es wiederverwenden zu können und das Leben des Charakters quasi auswendig zu lernen. So lerne ich den Charakter Schritt für Schritt kennen und weiß nach ein paar Kapiteln, wie er oder sie in bestimmten Situationen handeln würde und kann ihn somit auch glaubwürdig handeln lassen.

Wenn ich ehrlich bin, habe ich noch nicht vollends entschlüsselt, wie Charaktere bei mir entstehen. Bei mir entsteht zuerst das große Ganze, also die Welt, die Völker und ihre Geschichte, mitsamt der Hauptstory.

Die Hauptstory bestimmt dann im Grunde, welche Charaktere in der Geschichte sein müssen, damit diese auch so passieren kann, wie sie sich in meiner Fantasie zugetragen hat und dann – aus dem Nichts – ploppen Charaktere auf, mit einem bestimmten Aussehen, mit bestimmten Verhaltensweisen und einem bestimmten Charakter. Wie sie sich verhalten, wie sie denken und welche Lebensgeschichte sie haben, verraten sie mir dann nach und nach in der Geschichte.

Zusammenfassung

Zum Ende möchte ich dir noch eine kleine Zusammenfassung mitgeben, wie du endlich dein erstes Buch schreiben kannst:

  1. In deinem Kopf hat sich eine erste Idee für ein Buch festgesetzt. Spinne sie weiter, beispielsweise indem du eine Welt um sie herum erschaffst, aber verliere dich nicht in Details.
  2. Konzentriere dich erst einmal auf deine Geschichte und schreibe sie so schnell du kannst. Titel, Formatierung, Buchcover usw. sind zweitrangig. Der Star ist deine Geschichte!
  3. Wenn du es immer noch nicht gemacht hast. Fang an zu schreiben! Vergiss dabei nicht, zwischendurch auch mal etwas zu lesen. In jeder Geschichte findest du etwas, was du dir abgucken kannst oder was du so niemals schreiben möchtest.
  4. Recherchiere, um dich und deine Geschichte weiterzuentwickeln, aber verliere dich nicht darin.
  5. Schreib zwischendurch auch mal etwas anderes oder leg eine Pause ein.
  6. Finde heraus, ob du ein Plotter oder Pantser bist – oder etwas dazwischen. Passe deinen Arbeitsprozess entsprechend an.
  7. Entwickle deine Charaktere.

Bedenke: Diese Reihenfolge entspricht meinem derzeitigen Vorgehen und muss nicht mit deinem übereinstimmen. Vielleicht kommst du besser damit zurecht dir erstmal die Charaktere auszudenken und dann eine grobe Story und die Welt zu entwickeln. Es gibt nicht die eine Vorgehensweise. Finde deine.

Alles was dir jetzt also noch übrig bleibt, ist Folgendes:

Setz dich an den Schreibtisch mit deinem Laptop oder PC, leg dich auf die Couch mit deinem Tablet, leg dich in die Badewanne mit deinem Smartphone (Ja, so habe ich tatsächlich die ersten Zeilen meiner Geschichte geschrieben), nimm dir ein Blatt Papier und einen Stift und fang an zu schreiben. Eines Tages hat es bei mir „Klick“ gemacht und ich habe einfach mein erstes Kapitel geschrieben. Ich hoffe, dass dieser Beitrag dir geholfen hat, dein erstes Buch zu schreiben, vielleicht sogar zum „Klick“ geführt hat.

Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen!

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